04/06/2026 0 Kommentare
Wir haben einen Schatz entdeckt - Rangsdorfer Kapelle wird (wieder) farbiger
Wir haben einen Schatz entdeckt - Rangsdorfer Kapelle wird (wieder) farbiger
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Wir haben einen Schatz entdeckt - Rangsdorfer Kapelle wird (wieder) farbiger
Wer die Rangsdorfer Kapelle schon einmal von innen gesehen hat, weiß, dass Wände und Decke des circa 1890 errichteten denkmalgeschützten Gebäudes zu einem großen Teil in dunklem Holz gehalten sind. Der anthrazitfarbene Kreuzweg mit 14 bronzenen Flachreliefs, ein Geschenk des ehemaligen Mönchs, Goldschmieds, Bildhauers und Metallgießers „Egino“ (Günter Weinert), hebt sich kaum von diesem Hintergrund ab.

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Umso größer waren die Überraschung und die Begeisterung, als zu Beginn dieser Woche eher durch Zufall unter einem mit Folie beklebten Teil der vermeintlichen Holzvertäfelung etwas Buntes zum Vorschein kam: eine wunderschöne Kachel. Und nicht nur eine! Gleich 29! Aber damit noch nicht genug: Weitere folienbeklebte Teile der Holzvertäfelung verbargen beeindruckende gemalte Ornamente. Eine genauere Analyse dieser „Schätze“ ergab, dass sie aus der Zeit stammen, in der das Gebäude, damals noch als Aufenthaltsraum einer Kegelbahn, errichtet wurde. Sie fügen sich in den Baustil der Kapelle (Historismus/Jugendstil) ein - so, als würde ein Gesamtkunstwerk nun wieder zum Leben erweckt.

In welcher Zeit diese Veränderungen des ursprünglichen Zustandes vorgenommen wurden und aus welchem Grund, konnte noch nicht geklärt werden. Das dazu befragte älteste noch lebende Rangsdorfer Gemeindemitglied berichtete, dass das Innere der Kapelle zumindest seit 1952 das uns bekannte monochrome Aussehen hatte. Die Vermutung, dass in der Zeit, in der das Gebäude als Mausoleum diente (von 1924 bis 1935), farbige Elemente aus Pietätsgründen abgedeckt wurden, ist nicht überzeugend, da die verwendete selbstklebende Folie damals noch nicht auf dem Markt war. Es muss also einen anderen Grund geben.
Mittlerweile wurden alle Kacheln in filigraner Kleinarbeit behutsam von den Kleberesten befreit und erstrahlen nach Jahrzehnten wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit.

Die Restaurierung der auf das Holz gemalten Ornamente steht noch aus. Hier sind wir auf fachkundige Unterstützung angewiesen. Einige dieser Ornamente sind leider nicht mit Folien beklebt, sondern übermalt worden. Hier wird es sicherlich schwierig, die ursprünglichen Ornamente wieder zum Vorschein zu bringen.
Die Kreuzwegreliefs heben sich nun deutlich vom dunklen Hintergrund ab und kommen viel besser zur Geltung.

Die kleine Rangsdorfer Kapelle hält zweifellos noch weitere Überraschungen bereit. Mit Spannung erwarten wir auch die Ergebnisse der Masterarbeit der drei Studierenden der TU Berlin, die unsere Kapelle unter Denkmalschutzaspekten eingehend untersucht haben. Anfang Juli wissen wir mehr.
Text und Fotos: Dr. Ursula Ortmann-Droste
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