Nach der Reformation im 16. Jahrhundert verschwand das katholische Gemeindeleben in Brandenburg nahezu vollständig. Erst im 18. Jahrhundert kamen wieder vermehrt katholische Familien in die Region. Um 1930 lebten jedoch noch so wenige Katholiken in Blankenfelde, dass sie zur Pfarrei St. Salvator in Berlin-Lichtenrade gehörten.
Mit dem Bau der Gagfah-Siedlung in den 1930er Jahren wuchs die Einwohnerzahl Blankenfeldes stark an. Unter den neu zugezogenen Familien befanden sich viele Katholiken. Der weite Weg nach Berlin-Lichtenrade machte deutlich, dass eine eigene Kirche im Ort erforderlich war. Deshalb begann im Oktober 1936 der Bau der katholischen Kirche am Zossener Damm nach Plänen des Berliner Diözesanbaumeisters Carl Kühn. Bereits am 25. April 1937 konnte der Berliner Dompropst Bernhard Lichtenberg die Kirche feierlich einweihen. Lichtenberg wurde später wegen seines mutigen Eintretens gegen das nationalsozialistische Unrecht bekannt und 1996 seliggesprochen. ...
Der Name der Kirche erinnert an den heiligen Nikolaus von Myra. Gleichzeitig wurde mit dem Patrozinium an den früheren Berliner Bischof Nikolaus Bares erinnert, der bereits 1935 verstorben war. Damit verbindet der Name der Kirche die Verehrung eines der bekanntesten Heiligen der Christenheit mit der Geschichte des Bistums Berlin.
Ein bemerkenswerter Aspekt der Baugeschichte ist, dass die nationalsozialistischen Behörden die Genehmigung für den Kirchenbau im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin erteilten. Das Regime wollte sich gegenüber dem Ausland als religiös tolerant darstellen und ließ deshalb den Neubau zu.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Gemeinde kontinuierlich weiter. Im Jahr 2005 wurden die Gemeinden Blankenfelde, Ludwigsfelde und Trebbin zu einer gemeinsamen Kirchengemeinde zusammengeschlossen. Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte zum 1. Januar 2026: Die bisherigen Pfarreien St. Nikolaus in Blankenfelde und Mariä Unbefleckte Empfängnis in Zossen wurden zur neuen Pfarrei St. Benedikt Teltow-Fläming vereinigt. Seitdem ist St. Nikolaus die Pfarrkirche dieser Pfarrei und damit das kirchliche Zentrum für die katholischen Gemeinden in Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf, Ludwigsfelde, Trebbin und Zossen.
Heute ist die Kirche St. Nikolaus nicht nur ein Gotteshaus, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der Ortsgeschichte. Sie erinnert an die Rückkehr des katholischen Lebens nach Brandenburg, an das Wachstum Blankenfeldes in den 1930er Jahren und an den mutigen Dompropst Bernhard Lichtenberg. Gleichzeitig zeigt ihre heutige Funktion als Pfarrkirche der Pfarrei St. Benedikt Teltow-Fläming, dass sie bis heute eine zentrale Rolle im katholischen Leben der Region spielt.